Mehrere hundert Teilnehmer der SHK-Branche aus ganz Süddeutschland informierten sich auf den von der WILO SE initiierten „SHK-Handwerkertagen Süd“ am 26. und 27. März 2010 im Hilton Munich Park Hotel München über wichtige Branchenthemen. Der Dortmunder Pumpenspezialist hatte gemeinsam mit den Partnern liNear, Oventrop, Reflex, Stiebel Eltron und Zehnder in die bayerische Landeshauptstadt eingeladen. Die angereisten Fachhandwerker erlebten ein abwechslungsreiches Vortragsprogramm mit hochkarätigen Referenten.
Grußworte von ZVSHK und Landesverband Bayern
Elmar Esser, Hauptgeschäftsführer des ZVSHK, bezeichnete die Wilo-Handwerkertage als Paradebeispiel für eine vorbildlich gelebte Marktpartnerschaft. Er betonte darüber hinaus die Bedeutung der Branche bei der Umsetzung einer zukunftssichernden Energie- und Klimapolitik. „Nicht nur, um einen gesellschaftspolitischen Auftrag zu erfüllen, sondern um das Marktpotenzial zu heben, was sich uns in Deutschland und Europa anbietet. Das ist unser Markt! Wir sollten uns bewusst sein: in einer globalisierten Welt ist es nicht mehr selbstverständlich, dass uns diese Anteile von selbst zufallen. Wettbewerb ist immer auch Kampf, und in diesem Kampf ist es wichtig, starke Verbündete zu haben.“ Daher begrüßte Esser die Erweiterung der Handwerkermarke seitens der WILO SE auf alle Heizungsumwälz- und Trinkwasserzirkulationspumpen in Nassläuferbauweise. Der Vertrag wurde anlässlich der Tagung in München unterzeichnet.
Der Landesinnungsmeister des Fachverbandes Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik Bayern, Michael Hilpert, hob im Rahmen seines Grußwortes die lange partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Wilo und dem SHK-Handwerk hervor. Dabei nannte er gemeinsame Projekte wie die Weiterbildungsinitiative Wilo-Brain oder auch den Heizungs-Check. „Verkaufen kann jeder. Doch Partnerschaft wird immer nur dann erkennbar, wenn man seinen Partner und dessen Anliegen ernst nimmt“, so Hilpert.
Appell des ZDH-Präsidenten Otto Kentzler
Zu den prominenten Rednern zählte auch Otto Kentzler, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH). Er wies darauf hin, dass das Handwerk in der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise zu den wichtigsten Stützen der deutschen Wirtschaft gehört. Einen entscheidenden Beitrag dazu leisten die Betriebe des Bau- und Ausbaugewerbes. Sie profitieren auch von den Maßnahmen des Konjunkturpaketes II. „Entscheidend ist, dass die Bundesregierung nach langem Ringen die Mittel für die Förderprogramme für Energieeffizienzinvestitionen auch 2010 nicht kürzen wird“, so Kentzler. „Denn so werden weiterhin wichtige Nachfrageimpulse gegeben. Außerdem wird die Entwicklung innovativer Technologien zur Energieeinsparung gestärkt.“ Kentzler appellierte vor diesem Hintergrund an die Politik, mit Blick auf die wichtige Rolle des Handwerks die Investitionsbereitschaft in Bau, Ausbau und Sanierung auch weiterhin mit geeigneten Weichenstellungen zu fördern."
Neueste Entwicklungen beim Bauhandwerks-Sicherungsgesetz
Friedrich-Wilhelm Stohlmann, Fachanwalt aus Düsseldorf, erläuterte die Möglichkeit des Handwerksunternehmens, nach § 648 a BGB eine Sicherheitsleistung vom Auftraggeber zu verlangen. Allerdings wies er in diesem Zusammenhang darauf hin, dass sich diese wichtige Sicherungsbestimmung in der Baupraxis noch nicht hinreichend bewähren konnte, weil sich viele Unternehmer davor scheuen, den Auftraggeber durch ein frühzeitiges Sicherungsverlangen zu verärgern. Gegen Ende der Bauphase eingesetzt, könne das Sicherungsverlangen den Auftraggeber demgegenüber vor erhebliche Probleme stellen, wenn seine Bank oder der Kreditversicherer die Bürgschaft ablehnen. „Trotz der genannten Probleme muss immer wieder betont werden, dass dem Unternehmer dieses Sicherungsmittel zusteht und damit ein Rückgriff gegen die sichernde Bank im Insolvenzfalle des Auftraggebers möglich ist“, betonte Stohlmann.
Die Zukunft – mehr Chancen als Risiken
Wie die Zukunft für den engagierten SHK-Handwerker mehr Chancen als Risiken bieten kann, verriet Hans-Arno Kloep, Inhaber und Geschäftsführer der Querschießer Unternehmensberatung (Xanten). Er erläuterte einige wichtige Entwicklungen beim Kundenverhalten wie ein zunehmend durch das Internet geprägtes Informationsverhalten. Seine Botschaft lautete: „Es sind immer noch die alten Kunden, aber mit gestiegener Erwartung an die Handwerker“. So kämen viele Kunden bereits mit sehr konkreten Vorstellungen zu Markenprodukten und Energieeffizienz auf den SHK-Fachhandwerker zu. Daher sei es – auch unter Berücksichtigung eines zunehmenden Wettbewerbs durch fachfremde Anbieter wie Internetportale und Baumärkte – für das Fachhandwerk zunehmend wichtig, seine Beratungskompetenz systematisch zu stärken – z.B. durch Informationen zu Subventionen und Fördermitteln für Energiespartechnologien. Diese Hilfsmittel werden aber – so Kloep – nach einer Marktstudie seines Instituts zur Zeit nur von rund einem Drittel der Betriebe aktiv genutzt.
Chancen im Geschäftsfeld Energiedienstleistungen
Dass die Umsetzung der neuen Energiegesetzgebung der Bundesregierung vor Ort Chance und Herausforderung zugleich darstellt, zeigte Andreas Müller, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des ZVSHK, auf. Gleichzeitig verwies er auf besonders große Potenziale für diejenigen Fachbetriebe, die sich im Geschäftsfeld Energiedienstleistungen engagieren. Ein erster Basis-Schritt sei dabei der HeizungsCheck des ZVSHK gewesen, für den sich zwischenzeitlich mehr als 4.000 Fachbetriebe akkreditiert haben. Ein Ausbau in Richtung Premiumleistungen für die Effizienzoptimierung der Anlagen sei darüber hinaus jetzt durch neue Software-Bausteine möglich. Die Voraussetzungen seien anlässlich der SHK in Essen geschaffen worden mit der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages für das Programm „ZV-Plan“ zwischen dem ZVSHK, dem Branchensoftware-Anbieter ConSoft sowie den Initiatoren Oventrop und Wilo. „Umfassenden Energiedienstleistungen gehört die Zukunft, sie können für zukunftsorientierte SHK-Fachhandwerksunternehmen der Schlüssel zum Erfolg werden“, so Müller.
Aktuelle Innovationen für mehr Geschäftserfolg
Peter Stamm, Wilo-Vertriebsleiter für Deutschland, Österreich und die Schweiz, verwies auf das hohe Erfolgspotenzial innovativer Technologien in der Gebäudetechnik. Dies gelte vor allem in Anbetracht der massiven Preiserhöhungen vieler Stromversorger zu Jahresbeginn 2010 und der durch den strengen Winter verursachten hohen Heizkosten für viele Verbraucher. „Energieeffizienz ist und bleibt einer der wichtigsten Megatrends für die SHK-Branche, die aktuelle Lage auf den Energiemärkten wird sicherlich auch in 2010 viele Immobilienbesitzer zu Investitionen in energiesparende Technologien motivieren“, so Stamm.
Einen besonderen Stellenwert haben dabei – so der Wilo-Vertriebsleiter – innovative Pumpentechnologien. Denn diese zeichneten sich durch hohe Energiesparpotenziale bei überschaubaren Investitionskosten im Vergleich zu anderen Maßnahmen aus. Stamm riet den Handwerksbetrieben zu einer offensiven Vermarktung besonders energieeffizienter Produkte: „Unsere jüngsten Neuheiten wie ‚Wilo-Geniax’ mit durchschnittlich 20 Prozent Heizkostenersparnis sowie die besonders stromsparenden Hocheffizienzpumpen ‚Wilo-Stratos PICO’ und ‚Wilo-Star-Z NOVA’ sind maßgeschneiderte ‚Steilvorlagen’ für verkaufsaktive Profis, wenn es um die Nutzung der sich bietenden Chancen geht.“